Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Institut für Pathologie
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Haus 28
 

Studium der Humanmedizin

Die Pathologie

Wortwörtlich übersetzt bedeutet der griechische Begriff  παθολογια (pathologia) "Die Lehre von den Leiden" – zusammengesetzt aus λογος, lógos - das Wort, die Vernunft, die Lehre - und παθος, páthos - die Leiden(schaft), die Sucht, die Krankheit.

Die Pathologie ist der Schlüssel zur klinischen Medizin und zum Verständnis von Krankheiten. Sie versteht sich als Brückendisziplin zwischen den Grundlagenwissenschaften und den klinisch-praktischen Fachrichtungen und befasst sich mit den Ursachen (der Ätiologie) und den zugrunde liegenden Entstehungs- und Entwicklungsmechanismen (der Pathogenese) von Erkrankungen, die sich als Einzelphänomene (Symptome), Symptomverbände (Syndrome) oder Missbildungen am Patienten finden. Um die biochemischen, strukturellen und funktionellen Veränderungen von Erkrankungen auf molekularer und zellulärer Ebene sowie in Gewebsverbänden und Organen zu verstehen, nutzt die Pathologie ein breites Spektrum an molekularbiologischen, mikrobiologischen, immunologischen und vor allem morphologischen Techniken.

Die Pathologie ist zum einen eine eigenständige Fachdisziplin der klinischen Patientenversorgung. Der Facharzt für Pathologie hat nach dem Studium der Humanmedizin eine sechs-jährige Facharztausbildung absolviert. Seine tägliche Praxis besteht im Erstellen von Diagnosen, wozu er Veränderungen im makroskopischen (pathologische Anatomie) oder mikroskopischen (Histopathologie, Zytopathologie) Erscheinungsbild von Zellen und Geweben identifiziert und so eine essentielle Grundlage für weitere Therapieentscheidungen und Prognosevorhersagen liefert.

Die Pathologie ist zudem ein Grundlagenfach im klinischen Abschnitt des Studiums der Humanmedizin und soll hier ein breites Verständnis von Ätiologie, Pathogenese und Morphologie für ein großes Spektrum humaner Erkrankungen vermitteln. Traditionell erfolgt dazu eine Unterteilung des Faches in Allgemeine Pathologie mit einem Fokus auf grundlegenden molekularen, zellulären und gewebstypischen Reaktionen auf pathologische Stimuli und Spezielle Pathologie, die sich mit den krankheitsspezifischen Veränderungen der einzelnen Organe befasst. In der klinisch-pathologischen Konferenz wird anhand ausgesuchter Erkrankungen die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Pathologen und Klinikern demonstriert.

Selbstverständlich können in der Pathologie Famulaturen und das Wahltertial des Praktischen Jahres absolviert und so der Einblick in die Berufstätigkeit des klinischen Pathologen intensiviert werden. Als Mitglied unseres Teams erlernen Sie hier, betreut durch einen erfahrenen Facharzt, die in der Pathologie genutzten Techniken der molekularen, morphologischen und autoptischen Diagnostik anzuwenden, selbstständig Diagnosen zu erstellen und durch interdisziplinäre Diskussionen in Tumorkonferenzen morphologische Veränderungen im Kontext von Bildgebung und klinischem Verlauf zu interpretieren sowie hieraus deren Bedeutung für Therapie und Prognose abzuleiten.

Allgemeines zur Lehre im Fach Pathologie

Die studentische Lehre im Fach Pathologie beginnt im Wintersemester des dritten Studienjahres mit einer Hauptvorlesung und einem auf die Vorlesungsinhalte abgestimmten Kurs der Histopathologie. Im Sommersemester werden diese beiden Lehrformen durch ein Seminar ergänzt, in dem durch Demonstration makroskopischer Präparate, Erläuterung von Fallbeispielen und Diskussion mit dem Dozenten das Wissen aus Vorlesung und Kurs vertieft werden soll. Das Praktikum der Obduktions- und Makropathologie vermittelt die Grundlagen der Obduktionslehre und gibt den Studierenden die Möglichkeiten, die diagnostischen Techniken der Pathologie in Gruppenarbeit anzuwenden und am Präparat selbstständig einen Befund zu erstellen.

Aufbauend auf den erlernten Grundlagen aus der Allgemeinen Pathologie werden die aus unserer Sicht wichtigsten Erkrankungen der verschiedenen Organsysteme systematisch im vierten Studienjahr durch die Hauptvorlesung über zwei Semester und den ergänzenden Kurs der Makro- und Histopathologie im Wintersemester gelehrt. Das Blockpraktikum im Sommersemester gibt den Studierenden die Möglichkeit, an den Pathologen häufig gerichtete klinische Fragestellungen durch Anwendung ihres Wissens aus der Speziellen Organpathologie zu beantworten.

Der komplexe interdisziplinäre Dialog zwischen Pathologen und Ärzten verschiedener klinischer Fachdisziplinen und der Einsatz der unterschiedlichen diagnostischen Techniken in der Pathologie wird im fünften Studienjahr durch eine Vorlesungsreihe zu ausgewählten, meist onkologischen Erkrankungen demonstriert.

Die schwierigste Aufgabe eines Lehrers ist es nicht, Wissen zu vermitteln,
sondern zu eigenständigem Denken zu befähigen.
(Wolfgang Dietrich Griese)

Die Lehre an unserem Institut steht unter diesem Leitspruch. Unsere Dozenten sind hochmotiviert, Ihnen fundiertes Wissen zur Ätiologie, Pathogenese und Morphologie verschiedenster Krankheiten zu vermitteln und sehen dies als Basis für Ihre erfolgreiche klinische Tätigkeit an. Wir wollen Ihnen mit unseren Lehrveranstaltungen einen roten Faden in die Hand geben, um beim Wissenserwerb in unserem umfangreichen Fach die Orientierung nicht zu verlieren und zeiteffizient auf das Essentielle fokussieren zu können. In jeder unserer Lehrveranstaltungen begrüßen wir einen offenen themenbezogenen Dialog zwischen Studierenden und Dozenten und laden Sie dazu ein, unsere Vorlesungen und Kurse aktiv mitzugestalten.

Wir setzen es uns zum Ziel, unsere Kurs- und Vorlesungsfolien lückenlos im Lehrportal zur Verfügung zu stellen, um das Nacharbeiten der Lehrinhalte zu ermöglichen. Zahlreiche der im Kurs vorgestellten makroskopischen und histologischen Präparate sind virtualisiert und können im Selbststudium betrachtet und mikroskopiert werden. Besuchen Sie hierzu bitte unsere Lehrsammlung in der Virtuellen Pathologie.

Anfragen zur Anerkennung von an anderen Universitäten erbrachten Leistungen im Fach Pathologie oder zu organisatorischen Fragen beantworten wir per e-Mail innerhalb von fünf Arbeitstagen oder in unserer Sprechstunde: dienstags, 9:45 bis 10:00 Uhr, Haus 28, Zimmer 4.10.

Bezug nehmend auf häufig in der studentischen Evaluation geäußerte Kritikpunkte möchten wir an dieser Stelle noch daran erinnern, dass wir für die Inhalte und Qualität unserer Lehrveranstaltungen verantwortlich sind und danken Ihnen diesbezüglich jederzeit für Kritik und Verbesserungsvorschläge. Der Stundenumfang der einzelnen Lehrveranstaltungen, Vorlesungszeiten am späten Nachmittag bzw. nach einem studentischen Arbeitstag in der klinischen Praxis, die Zuteilung eines Blockpraktikums in das Fach Pathologie trotz fehlender Möglichkeiten zur Patientenbetreuung etc. liegen jedoch nicht in unserer Verantwortung.

Letzte Änderung: 18.05.2019 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
Direktor
Univ.-Prof. Dr. med. univ.
Dr. sc. nat. Johannes Haybäck

Hausanschrift
Universitätsklinikum
Magdeburg A.ö.R.
Institut für Pathologie
Leipziger Straße 44
39120 Magdeburg

Standort
Haus 28

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Telefon 0391 / 67-15817
Telefax 0391 / 67-15818
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