Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Institut für Pathologie
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Schnellschnittdiagnostik

Die SCHNELL- oder GEFRIERSCHNITTUNTERSUCHUNG ist ein äußerst zügiges Verfahren der feingeweblichen Diagnostik, das in weniger als 30 Minuten zu einer mikroskopischen Begutachtung des eingesendeten Materials führt. Eingesetzt wird dieses beschleunigte histologische Verfahren während einer laufenden Operation, wenn deren Fortgang und Ausmaß von der pathohistologischen Diagnose abhängen.

Die Schnellschnittuntersuchung dient daher vorrangig der intraoperativen Beurteilung von tumorverdächtigen Veränderungen oder bekannten, zu resezierenden Tumoren mit typischen Fragestellungen:

Seltener werden Proben für eine Schnellschnittuntersuchung von Spenderorganen vor Implantation in den Empfänger entnommen,  um die Qualität und Tumorfreiheit des Organs zu überprüfen.

Für eine Gefrierschnittuntersuchung muss das Gewebe nach der Entnahme unfixiert, bei längeren Transportwegen zusätzlich gekühlt auf Eis, auf dem schnellsten Wege per Bote oder Rohrpost in das histopathologische Labor verbracht werden (lesen Sie hierzu auch unsere Informationen für Einsender). Hier erfolgt nach einer makroskopischen Inspektion und Deskription durch einen erfahrenen Pathologen eine Gewebestabilisierung durch Schockgefrieren bei etwa -20 °C. Mit einem speziellen Kryostat-Mikrotom werden von dieser Gefrierprobe fünf bis zehn Mikrometer dünne Schnitte angefertigt, die auf einen Glasobjektträger aufgezogen und mittels beschleunigter Hämatoxylin-Eosin-Färbung für die sofortige mikroskopische Beurteilung gefärbt werden. Seinen Befund übermittelt der Pathologe unmittelbar anschließend telefonisch an den im Operationssaal wartenden Operateur.
Die Zeit für die histotechnische Prozessierung und Begutachtung einer einzelnen Probe beträgt etwa 20 bis 30 Minuten.

Das Gefrierschnittverfahren kann ebenso für enzymhistochemische Untersuchungen, beispielsweise bei Verdacht auf das Vorliegen intestinaler Innervationsstörungen (wie dem Morbus Hirschsprung), und für die Darstellung von Lipidansammlungen, z.B. bei der Diagnostik von Stoffwechselerkrankungen oder einer Fettembolie, eingesetzt werden.

Bitte beachten Sie jedoch: An durch Gefrierschnitt gewonnenen Schnittpräparaten lassen sich meist keine detaillierten Informationen über spezifische Tumoreigenschaften oder die Zusammensetzung eines Entzündungsinfiltrates gewinnen. Das Gewebe leidet durch das schnelle Einfrieren, sodass die Qualität von Gefrierschnitten meist nicht diejenige von Paraffinschnitten erreicht und hohe Anforderungen an den Pathologen stellt. Auch bei einer nachträglichen Konservierung des Restgewebes mithilfe von Formalin ist dieses nur noch eingeschränkt für mikroskopische Untersuchungen verwertbar, sodass der nun aus der Standardprozessierung hervorgehende Paraffinschnitt nicht die gewohnte Abbildungsqualität erreichen kann.
Des Weiteren bindet die aufwendige Schnellschnitt-Technik personelle und apparative Ressourcen. Aus diesem Grund sollte die Indikation zur Anforderung einer Schnellschnittuntersuchung nur bei einer intraoperativen Konsequenz des zu erwartenden Befundes und nur für eine angemessene Probengröße gestellt werden.

Eine Schnellschnittuntersuchung an sehr kleinen Biopsien verbraucht möglicherweise das spärliche Material vollständig, sodass es für nötige weiterführende Untersuchungen, beispielsweise als Paraffinschnitt mit einer besseren Morphologie oder für immunhistologische Analysen, nicht mehr zur Verfügung steht, und die Biopsie am Patienten wiederholt werden muss!

Annahmezeiten für Schnellschnittuntersuchungen
Montag bis Freitag: 8:00 bis 15:00 Uhr und nach Vereinbarung

Telefon 0391 / 67-17956 (Labor)   |   diensthabender Arzt: Funkruf 800 765
Letzte Änderung: 21.03.2019 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
Direktor
Univ.-Prof. Dr. med. univ.
Dr. sc. nat. Johannes Haybäck

Hausanschrift
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Magdeburg A.ö.R.
Institut für Pathologie
Leipziger Straße 44
39120 Magdeburg

Standort
Haus 28

Kontakt
Telefon 0391 / 67-15817
Telefax 0391 / 67-15818
ipa@med.ovgu.de

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